DIE EINLEITUNG DER HAUSARBEIT: VORFREUDE AUF EINE WISSENSCHAFTLICHE ARBEIT

DIE EINLEITUNG DER HAUSARBEIT: VORFREUDE AUF EINE WISSENSCHAFTLICHE ARBEIT

Hausarbeit: In Anlehnung an eine verbreitete Redensart könnte man sagen — Das Beste kommt zum Schluss! Die Einleitung sollte aus guten Gründen zum Schluss der Arbeit geschrieben werden. Sie hat an der Arbeit zwar nur einen Anteil von rund 10 bis 15 %. Dennoch erzielt sie bei entsprechender Formulierung eine enorme Wirkung.

Mit diesen ersten Zeilen wird der Leser darüber informiert, was ihn erwartet. Bei guter Qualität ist er motiviert, weiterzulesen. Bei schwacher Einleitung wird das Studium zur Zwangslektüre. Nach dem Deckblatt und dem Inhaltsverzeichnis ist es der erste Fließtext des Verfassers, der auf den Leser wirkt.

Der professionelle Eindruck, unterstützt durch die korrekte Formatierung, erzeugt die Lust auf den folgenden Inhalt.

In welcher Phase ist die Erstellung der Einleitung sinnvoll?

Um die Positionierung der Einleitung zu verdeutlichen, nachstehend die Schritte einer wissenschaftlichen Arbeit, die der Verfasser immer durchläuft:

  1. Themenfindung
    Oft in Abstimmung mit der Hochschule. Wichtig: Genaue These definieren!
  2. Recherche
    Hierbei macht sich eine strukturierte Arbeitsweise bezahlt. Neben dem Aufnehmen der Informationen sind Notizen und Markierungen ebenso wichtig wie das systematische Ordnen, um diese gezielt wiederzufinden.
  3. Gliederung
    Der logische Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit. Was soll die Aussage des jeweiligen Textes sein? Ein Betreuer kann wertvolle Hinweise geben, in welcher Reihenfolge die Argumente sinnvollerweise angeführt werden.
  4. Erstellung der Texte
    Gedanken in sinnvolle und verständliche Worte bringen: Erst jetzt beginnt das eigentliche Schreiben der Arbeit. Hier wird deutlich, dass sich der vorherige Aufwand auszahlt.
  5. Überarbeitung (Korrektorat, Lektorat)
    Der erste Eindruck entsteht häufig durch die einwandfreie Form. Die wird durch ein professionelles Überarbeiten sichergestellt.

Bei der Aufzählung der einzelnen Arbeitsschritte wird deutlich: Ist der Verfasser einer wissenschaftlichen Hausarbeit bei der Texterstellung, wurde bereits viel Vorarbeit geleistet. Eine aussagekräftige Einleitung kann nur gelingen, wenn der Verfasser weiß, worüber und in welcher Struktur er schreibt. Aus diesem Grunde ist die Erstellung in einer späten Phase sinnvoll.

Das bedeutet im Detail:

  1. Verfassung der Hausarbeit
    Recherchiertes Wissen in Worte fassen
  2. Fazit der Hausarbeit
    Zusammenfassung und Beantwortung der Fragestellungen
  3. Einleitung
    Kennt der Verfasser die Struktur, kann er den Leser optimal
    einstimmen und sich selbst positionieren

Wie ein Buchklappentext weckt die Einleitung die Aufmerksamkeit des interessierten Lesers. Bei wissenschaftlichen Arbeiten will er zusätzlich erfahren, um welchen Forschungszweig es sich handelt, welche Methodik angewendet wurde und welche Erkenntnisse er nach der Lektüre gewinnen wird.

Inhalte der Hausarbeit anhand der W Fragen zusammenstellen

Wer mit W Fragen arbeitet, erhält die meisten Informationen. Die Einleitung sollte zwar kompakt sein, mit den Fragen Was? Warum? und Wie? umfasst man jedoch alle wichtigen Inhalte.

  • Was wird mit dem Thema behandelt?
  • Warum wurde dieses Thema gewählt?
  • Wie wird das Thema eingegrenzt?

Einleitung der Hausarbeit: die Bestandteile

Hinweise auf die Arbeitsweise zeigen dem Leser die Art der wissenschaftlichen Herangehensweise. Sinnvoll ist das Nachhalten der verwendeten Quellen, um beim Literaturverzeichnis die Einleitung nicht zu vergessen.

Der einleitende Satz: mehr als die Nennung des Themas

Wie in einer überzeugenden Rede, sorgt der erste Satz für einen originellen Einstieg. Aktuelle Ereignisse eignen sich dazu, den Übergang zum Thema zu bauen. Beispiel: „Die Pandemie hat eine seit Jahren fortschreitende Entwicklung extrem verdeutlicht“.

Die Einleitung verschafft eine Übersicht und erzeugt Interesse, Details zu erfahren

Dass eine Einleitung die folgenden Inhalte lediglich skizziert, klingt logisch. Ebenso weiß jeder, der einmal eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben hat, dass der Verfasser schnell dazu neigt, Inhalte zu ausführlich zu beschreiben. Eine Lösung dazu ist die Formulierung von Leitfragen der Arbeit.

Beispiel: „Die Verlagerung der Arbeiten ins Home Office hat in der Pandemie extrem zugenommen. Ist die Entwicklung der Not geschuldet oder zeigt sie das Arbeitsplatzmodell der Zukunft?“ Bei einer Forschungsarbeit über Arbeitsplatzmodelle wird der Leser über einen aktuellen Ansatz angesprochen. Zur Beantwortung der Fragen werden Interessenten gespannt die Ergebnisse erfahren wollen.

Themenwahl ansprechend formulieren

Bei den Formulierungen erkennt der Leser, dass der Verfasser der Hausarbeit eigenständig gearbeitet hat. Daher sollten wenig selbstständig klingende Formulierungen vermieden werden. Beispiel: „Das Thema wurde in der vorliegenden Struktur eingegrenzt, da es ansonsten den Rahmen der Arbeit sprengen würde“.

Stattdessen kann die Aktualität des Themas hervorgehoben werden, wenn es in der Forschung zurzeit präsent ist. Die Erklärung, welches Interesse an der Forschung den Verfasser zum Thema bewegt hat, zeugt ebenfalls von selbstständiger Arbeit. Sofern Umfragen für die Forschung verwendet wurden, ist die Information über Auswahl der Probanden für die Qualitätsbeurteilung durch den Leser wichtig.

Wie notwendig sind Fremdwörter?

Die Qualität einer Hausarbeit steigt nicht mit der Anzahl der verwendeten Fremdwörter! Die Neigung, Fachkenntnisse durch Fachbegriffe herauszustellen, ist menschlich. Sie beeinflussen jedoch in hohem Maße den Lesefluss. Eine hohe Dichte wirkt darüber hinaus künstlich. Fremdwörter stellen außerdem, durch deren falsche Verwendung, eine Fehlerquelle dar.

Im Zweifel sollte auf zuverlässige Quellen bei der Erklärung zurückgegriffen werden wie dem Duden oder dem Langenscheidt Fremdwörterbuch. Fremdwörter unterstreichen beim richtigen Einsatz die fachliche Kompetenz, sind jedoch nur zu verwenden, wenn dies zur Beschreibung notwendig ist. Im Vordergrund stehen bei den Formulierungen verständliche Erklärungen.

Der Schluss der Einleitung: Der kurze Satz, der in Erinnerung bleibt

Das Ergebnis der Hausarbeit lässt sich in einem verständlichen Satz zum Schluss der Einleitung formulieren. Um keine falschen Versprechen zu machen, kann dieser als Frage formuliert werden. Beispiel: „Hat das heutige Büro also in Zukunft als Arbeitsplatz jegliche Berechtigung verloren“?

Warum es sinnvoll ist, die Einleitung der Hausarbeit zuletzt zu schreiben

Die Einleitung ist eine Navigationshilfe der Hausarbeit. Sie regt mit kurzen Sätzen die Lust an, mehr über die Arbeit des Verfassers zu erfahren. Dabei darf der interessierte Leser wissen, was die Arbeit beim Ersteller ausgelöst hat. Die Einleitung fasst zusammen, was der Verfasser geleistet hat. Damit es so funktioniert, wird sie sinnvollerweise zum Schluss geschrieben.

WISSENSCHAFTSCOACHING: BERATUNG, COACHING, LEKTORAT, ÜBERSETZUNG

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